Leseprobe aus Amarylion – Zauber der Schmetterlinge Kapitel 3/Band 2

Die Stille im Amarylion wird durch den Beifall der Gäste unterbrochen und ich stehe wieder einmal zu Tränen gerührt auf der Bühne und blicke auf die Seelen vor mir. In diesen Momenten fühle ich mich mit jeder einzelnen Seele dort verbunden und das berührt mich zutiefst.

»Püppi, du bist der Hammer!« Steph kommt auf mich zu und nimmt mich in den Arm: »Du hast mich ganz schön zum Nachdenken gebracht. Dabei bin ich doch eigentlich noch zu jung, um mich mit meinem eigenen Ableben zu beschäftigen.«

»Um sich damit auseinander zu setzen ist man nie zu jung oder zu alt. Dies ist ein Thema, mit welchem wir alle eines Tages konfrontiert werden. So nun lass uns die Gäste verabschieden, die ersten gehen schon«, ich hake mich bei Steph unter und wir gehen gemeinsam zum Ausgang.

Dort angekommen, erwarten uns Jayden und Jake, sowie einige der Gäste, die sich noch bedanken wollen. Die beiden Prinzen halten sich noch im Hintergrund, während wir Hände schütteln, Tränen trocknen und Lob entgegennehmen. Dann steht er plötzlich vor mir, der mysteriöse Mann, den ich schon völlig vergessen hatte.

»Emily Edwards, Richtig?«

Er reicht mir seine Hand und ich wundere mich das er nach meinem Namen fragt: »Ja, das bin ich«, verdutzt sehe ich ihn an und mein Blick geht fragend zu Steph, die sich gerade zu Jayden und Jake gesellt hat.

»Mein Name ist Hendrik Verheyden und ich habe eine Nachricht für Sie.«

»Sie haben eine Nachricht? Für mich …? Von wem?«, erstaunt sehe ich ihn an, während Steph sich mit den beiden Prinzen zu uns gesellt.

»Die Nachricht lautet: Wir sind stolz auf dich – diese Mitteilung habe ich von einer Jill Edwards und einem Brian Edwards, die angeben ihre Eltern zu sein?«, fragend sieht er mich dabei an.

Mir wird gerade schlecht, als ich die Namen meiner Eltern höre. Selbst Steph wird ganz blass im Gesicht und sieht mich erschrocken an.

»Wenn das hier ein schlechter Scherz sein soll, dann möchte ich Sie bitten jetzt zu gehen«, energisch stellt Jayden sich demonstrativ an meine Seite und nimmt mich in den Arm, weil mir die Tränen kommen.

»Nein …, Jayden, warte einen Moment, bitte …!« Ich sehe Jayden flehend an und weiß, dass er mich nur beschützen will. »Wer sind Sie und woher kennen Sie meine Eltern?«, ich sehe ihn durch einen Tränenschleier hindurch an.

»Ich kann verstehen, dass Sie jetzt erschrocken sind. Solche Momente erlebe ich immer wieder, wenn ich Botschaften von Verstorbenen überbringe. Mein Name ist Hendrik Verheyden und ich bin gebürtiger Holländer, lebe aber schon seit Jahren in Denver, Colorado. Ich bin Tonbandstimmen Forscher und habe diese Nachricht nur überbracht, weil sie immer wieder aufs Neue durchkam.«

Fragend sehe ich zu Steph, die ganz große Augen macht und mir aufmunternd zunickt. Doch noch bevor ich etwas sagen kann, erscheint Jeremias an meiner Seite. Er sagt mir nur ein einziges Wort – Vertrauen – und lächelt mich an, dann ist er wieder weg. Völlig sprachlos sehe ich Hilfe suchend zu Steph, die jetzt das Wort für mich ergreift.

»Sie wollen damit sagen, dass Jill und Brian mit Ihnen gesprochen haben? Sie haben die Stimmen gehört?«, jetzt sieht Steph gerade etwas kampflustig aus. Wahrscheinlich kommt ihr dieses Gespräch auch etwas merkwürdig vor und bei ihr läuten die Alarmglocken.

»Genau, das versuche ich gerade zu erklären. Ich habe mit beiden gesprochen und die Stimmen aufgezeichnet. Das klingt vielleicht verrückt, aber ich dachte, das Emily ja auch mit Verstorbenen spricht und es daher nicht so schockierend für sie sein dürfte. Ich habe mich natürlich informiert, als ich den Namen und die Stadt durchgesagt bekommen habe und viel Gutes über das Amarylion gehört«, er sieht Steph selbstbewusst in die Augen und lässt seinen Blick dann zu mir schweifen.

Noch immer geschockt, von dem was ich gerade gehört habe, finde ich aber meine Stimme wieder und hebe meine Hand, um Steph zum Schweigen zu bringen, die gerade etwas sagen wollte: »Mr. Verheyden, Sie haben gerade gesagt, dass es eine Aufzeichnung der Stimmen gibt. Sie haben dieses Gespräch mitgeschnitten?«, mit Tränen in meinen Augen sehe ich diesen fremden Mann an, der mir gerade erzählt, dass er mit meinen verstorbenen Eltern gesprochen hat.

»Wenn Sie einen Platz haben, wo wir uns kurz setzen können und einen Tisch, dann kann ich es Ihnen vorspielen. Ich habe ein kleines Tonbandgerät dabei.«, er deutet auf die große Tasche, die er über seiner Schulter hängen hat.

Ich sehe fragend zu Steph und den Prinzen und sie nicken mir zu. »Wir gehen in die Küche, da haben wir einen großen Tisch. Ich bin noch immer misstrauisch, das müssen Sie wissen. Also sollte dies ein Scherz sein, dann können Sie jetzt noch ohne viel Aufsehen gehen und ich vergesse, dass Sie je hier waren.«

»Sie können mir Vertrauen und dies werde ich Ihnen gleich beweisen. Ich will Ihnen nichts Böses oder Ihnen gar wehtun, das ist nicht meine Absicht. Meine Lebensaufgabe ist es diese Botschaften, von der anderen Seite dem Empfänger zu überbringen. Eigentlich nichts anderes, als Sie selbst auch tun, nur das bei mir die originale Stimme zu hören ist.«

»Dann folgen Sie mir bitte. In der Küche können Sie Ihr Tonbandgerät aufbauen.«, ich gehe an ihm vorbei und er folgt mir in die Küche.

Steph geht sofort zur Kaffeemaschine und füllt die Kanne mit Wasser: »Ich koche uns jetzt erst einmal einen starken Kaffee. Den kann, glaube ich jetzt, jeder gebrauchen. Trinken Sie auch eine Tasse mit, Mr. Verheyden?«, sie sieht zu ihm herüber und gießt anschließend das Wasser in die Maschine.

»Gerne, das wäre sehr nett. Doch ich würde mich ehrlich gesagt wohler fühlen, wenn wir dieses förmliche – Sie – weglassen könnten. Bitte nennen Sie mich doch Hendrik, wenn es allen hier Recht ist.«, er sieht erst zu den Prinzen, dann zu mir und zuletzt streift sein Blick Steph.

»Mir soll es Recht sein Hendrik, mein Name ist Stephanie, aber alle hier nennen mich nur Steph.«, sie drückt auf den Knopf der Kaffeemaschine, um sie zu starten und kurze Zeit später hört man das Gluckern des heißen Wassers und der erste Tropfen Kaffee fällt in die Glaskanne.

»Für mich ist das auch ein besseres Gefühl. Du darfst Jake zu mir sagen und auch ich hoffe, dass dies hier kein Fake ist.« Jake steht auf und reicht Hendrik die Hand.

»Dann will ich mich den anderen hier mal anschließen. Mich darfst du Jayden nennen und ich stimme hier Jake seiner Warnung zu und hoffe, dass du Emily nicht seelisch verletzen wirst.« Jayden reicht Hendrik seine Hand und sieht ihn mit warnenden Blick an.

»Nun, meinen Namen wusstest du ja schon Hendrik. Dann erkläre uns jetzt bitte mal, was du da genau tust.«, ich sehe ihn fragend an, als er ein Gerät aus der Tasche holt und nach einer Steckdose sucht.

Steph ist ihm behilflich und nimmt ihm den Stecker ab, um ihn in die Dose einzustecken, oberhalb des Küchentresens.

»Danke Stephanie, das ist nett von dir. Dieses Gerät ist nur ein etwas besseres Abspielgerät. Damit kann ich die Aufzeichnung viel klarer wiedergeben. In meinem Tonstudio in Denver, habe ich eine ganze Menge Tonbandgeräte, Mischpult und diverse andere Geräte, um die Aufnahmen für die hörenden klarer zu machen.«

Ich sehe ihm zu, wie er das Gerät einschaltet und die Lämpchen daran aufleuchten. Steph schenkt uns jedem währenddessen den Kaffee in die Tassen, der in der Zwischenzeit schon durchgelaufen ist. Jayden und Jake sehen mit Argus Augen zu, wie Hendrik das Gerät bedient.

»Oh mein Gott, wieso gibt es hier so riesige Tassen? Das ist ja unglaublich, so etwas habe ich noch nie gesehen!« Hendrik sieht staunend die große Tasse an, die Steph ihm gerade über den Tisch herüberschiebt.

»Wir sind hier im Amarylion, da gibt es nur außergewöhnliche Dinge und Erlebnisse. Das ist unsere Geschäftsphilosophie!«, lachend nimmt Steph einen Schluck Kaffee und gluckst dabei, als ihr Gesicht in derselben verschwindet.

»Man könnte meinen, du ertrinkst in der großen Tasse. So etwas habe ich noch nie vorher gesehen und ich bin wirklich schon viel herumgekommen und habe Kaffee angeboten bekommen.« Hendrik sieht völlig erstaunt zu Steph, deren Gesicht gerade wieder aus den Tiefen der Tasse hervorkommt.

»Ja, so etwas findest du nur hier, im Amarylion. Ein ganz besonderer Ort auf dieser Welt.« Steph grinst ihn schelmisch an, während sie ihre Tasse wieder absetzt.

Ich bin ganz still und beobachte das Geschehen um mich herum. Besonders diesen Hendrik, wie er da die Knöpfe am Gerät dreht. Dann scheint er fertig zu sein und sieht zu mir herüber.

»Bist du bereit Emily?«, er sieht mich fragend an und wartet auf meine Antwort.

»Ja, bin ich«, zitternd drücke ich die Hand von Jayden noch ein wenig fester, als bräuchte ich jetzt den Halt, um nicht vom Stuhl zu fallen.

Rating: 5.0/5. Von 1 Abstimmung.
Bitte warten...

2 Kommentare

  1. Hört sich seeehr spannend an! Ich möchte wissen, wie es weitergeht?

    Rating: 5.0/5. Von 1 Abstimmung.
    Bitte warten...
    • Hallo liebe Elke
      Ich kann dir jetzt schon verraten, es wird wieder sehr spannend werden. Für alle die der Amarylion Saga folgen, habe ich kleine Ausschnitte, aus dem Band 2, freigegeben.
      Andrea

      Noch keine Stimmen.
      Bitte warten...

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Danke für dein Like

Eine Email für mich…

Autorenseite

Archive

Amarylion Saga Buchtrailer

Buchlesung Amarylion-Zauber der Liebe

Dezember 2018
M D M D F S S
« Okt   Jun »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31